Sonntag, 6. Februar 2005



Kennt ihr das auch, wenn ihr euch einen Stoff kauft, den ihr ganz toll findet, und dann liegt der monatelang in der Schublade? Und andere Stoffe kauft man, weil sie auch schön sind, aber nicht ganz so prickelnd, und die werden dann seltsamerweise doch viel eher verarbeitet als die tollen Stoffe, von denen man so begeistert war. So ging es mir mit dem Nicki-Stoff auf diesem Bild.

Bei Silvia hatte ich auf dem letzten Nähbrunch den gleichen Stoff in grün gesehen, allerdings in verarbeiteter Form an einer Brunch-Kollegin. Das Muster gab es nur noch in diesem lila-orange, also habe ich den genommen, obwohl ich mir vermutlich den grünen ausgesucht hätte, wenn ich die Wahl gehabt hätte.

Auch das Schnittmuster der Brunch-Kollegin gefiel mir, und sie sagte mir, es wäre Jalie 2005. Das hab ich mir dann auch sofort bestellt; es ist ein Shirt-Schnitt mit drei verschiedenen Ausschnittformen und zwei Ärmel-Längen.

Dies war mein erstes Jalie-Schnittmuster, und es ist ein wenig anders als die, die ich bislang kannte. Das Papier ist sehr dick, mindestens normales Schreibmaschinen-Papier, also nicht geeignet, um sich daraus etwas auszuschneiden und das zum Anprobieren zu nehmen. Da ich sowieso alles auf Folie kopiere, ist das aber nicht schlimm.

Die einzelnen Größen lagen bei diesem Modell teilweise sehr nah beieinander, und es war nicht immer ganz einfach, die richtige Linie zu finden. Die Nähanleitung befindet sich in vier Sprachen ebenfalls auf einem der beiden Schnittmusterbögen. Das fand ich sehr unpraktisch, weil der Bogen sehr groß und das Papier sehr steif ist. Um die Nähanleitung zusammen mit den erklärenden Abbildungen zu sehen, müsste man den Bogen ganz auseinander und dann anders wieder zusammen falten, und das ist sehr unpraktisch und äußerst unhandlich, weil man dann etwa DIN A 2-Größe vor sich liegen hat. Also nichts, was man gut neben sich auf den Tisch legen könnte; um es vor sich an die Wand zu hängen ist die Schrift wiederum zu klein. Nicht so dolle.

Laut der Maßtabelle wäre "T" die für mich richtige Größe. Ich habe allerdings noch den Schnitt ausgemessen und mit einem ähnlich sitzenden Kauf-Shirt verglichen. Das war auch sehr gut so, denn ich habe ich mich dann dazu entschieden, zwar in Größe T zuzuschneiden, aber zusätzlich noch 1,5 cm Nahtzugabe dazu zu geben. Eigentlich ist eine NZ von 6 mm im Schnitt enthalten, aber das wäre wirklich zu eng geworden. Der Schnitt sitzt nämlich sehr körpernah, wie man auf dem Bild sieht.

Ich habe die Ausschnittvariante C genommen, den U-Boot-Ausschnitt; zum einen gefiel mir das sehr gut, zum anderen konnte ich so das Problem der Halsausschnittversäuberung elegant umgehen, weil der Stoff dort nur einmal umgeschlagen und von rechts abgesteppt wird. Prima :-)

Die Ärmel habe ich verlängert, weil das ursprünglich nur 3/4-Ärmel sind; ich habe aber gerne die Möglichkeit, die Ärmel lang zu tragen, weil ich immer so auskühle am Schreibtisch. Auch am Saum habe ich ein paar Zentimter zugegeben, weil ich meine Shirts gerne in der Hose trage. Ohne an der Hüfte weiter zu werden, sitzt es auch dort noch sehr gut; nicht zu eng.
Auf dem Bild ist es noch nicht ganz fertig, die Säume muss ich noch nähen.

Mehr als ein dünnes Seidenhemd kann man allerdings nicht darunter tragen, weil es wirklich sehr körpernah geschnitten ist. Da mein Oberkörper insgesamt sehr schmal ist, auch meine Oberarme, und meine Körbchengröße auch nicht aus dem Rahmen fällt ;-) habe ich keine Probleme damit, aber für Frauen mit weiblicheren Rundungen dürfte dieses Schnittmuster ohne Änderungen wohl eher nicht geeignet sein, zumal auch für die größeren Größen keine Brustabnäher vorgesehen sind, was ich bei engen Shirts etwas problematisch finde.

Insgesamt gefällt mir persönlich der Schnitt sehr gut, und ich werde demnächst auch mal ein Modell mit rundem oder V-Ausschnitt ausprobieren.

Montag, 31. Januar 2005

Yippieyayeeha! Gerade habe ich den Schnitt der Jogging-Hose in einem unelastischen Stoff probiert - alte Bettwäsche - und es funktioniert! Selbst in diesem Stoff sieht es schon gut aus. Mit einem Nahtreißverschluss in der Seite kein Problem. Morgen gehts in den Stoffladen! :-D
So, der Bund ist dran. Ich hatte das zu kurze Bundteil noch mal abgetrennt und mit kürzeren Nahtzugaben an das Vorderteil genäht, und dann passte es. Jetzt noch ein paar Nähte versäubern, dann ist er fertig. Allerdings sollte ich noch Schlaufen zum Aufhängen daran nähen. Mal schauen, ob es die fertig gibt. Mh, das Band, das ich für die Weihnachtsanhänger genommen habe, sollte eigentlich auch gehen. Das gibts ja in verschiedenen Breiten. Und preiswerter als fertige Schlaufen sollte es dann auch sein. Morgen mal im Creativ-Markt gucken gehen... oder eher heute ;-)

Sonntag, 30. Januar 2005


So sehen meine drei vorletzten Neuerwerbungen aus. Das Teil in der Mitte ist ein Tuch von Woolite, das überschüssige Farbe beim Waschen aufnimmt, damit andere Sachen sich nicht verfärben. Ich weiss nicht, ob die Stoffe sich ohne das Tuch auch nicht verfärbt hätten, aber es sieht schon so aus, als ob das ohne Tuch hätte passieren können.

Die Farben passen nicht so ganz zu meiner bisherigen Palette der letzten paar Jahre, die überwiegend aus herbstlichen Braun-, Grün- und Orangetönen bestand. Aber nachdem ich dieses Jahr festgestellt hatte, dass auch rosa mir gar nicht so schlecht steht, ziehen mich diese Farben immer stärker an. Mal sehen, ob ich sie dieses Jahr auch anziehe, oder ob das eine Fehlentwicklung ist. Bin mal gespannt.

Aus dem rosa-geblümten soll ein luftiges Sommer-T-Shirt werden, aus dem mit Rautenmuster ein langärmeliges Shirt und aus dem Fischgrat eine Hose. Große Pläne...

Erst mal muss ich den Cord-Rock fertig machen. Eines der beiden hinteren Bundteile ist zu kurz, das muss ich noch einmal in etwas länger zuschneiden. *nerv* Ich dachte, ich hätte beide Seiten identisch gemacht; keine Ahnung, was da passiert ist. Sehr seltsam. Naja, Stoff hab ich noch genug. Nur nicht die rechte Lust ;-)

Samstag, 29. Januar 2005

Nachdem die Jersey-Hose mit der Passe so gut sitzt, überlege ich, mir eine normale Stoff-Hose mit ähnlichem Schnitt zu machen. Den gleichen werde ich wohl nicht nehmen können, weil er für elastisches Material ist. Aber irgendsoetwas ähnliches habe ich bestimmt hier in meiner Sammlung.

In der Stofferia habe ich auch schon einen schönen Stoff dafür gesehen, einen Woll-Poly-Gabardine, braun-meliert, schöner fließender Fall. Der Laden war allerdings proppenvoll mit In-letzter-Minute-Stoff-für-Karnevalskostüme-kaufenden Frauen, so dass ich den Kauf auf nächste Woche verschoben habe.

Dafür nähert sich der Cord-Rock der Fertigstellung. Ich hatte den Bund geheftet und festgestellt, daß meine Hüften anscheinend ungleich sind; rechts musste der Bund tiefer gesteckt werden als links. Außerdem musste ich den vorderen Bund etwas tiefer stecken, das hat vermutlich mit meinem Hohlkreuz zu tun, weil ich den rückwärtigen Bund immer etwas höher stecken muss, damit es bequem sitzt. Jetzt sieht es soweit ganz gut aus. Diese Änderungen muss ich mir für die nächsten Röcke merken.

Jetzt werde ich noch etwas in meinen Zeitschriften nach einem passenden Hosenschnitt wühlen, bevor wir gleich ins Kino gehen :-)

Mittwoch, 26. Januar 2005

Heute war ich in der Buchhandlung stöbern, um einen Geschenkgutschein zu "verbraten". Ich hatte überlegt, zu versuchen, eines der englischsprachigen Bücher von meiner Wunschliste zu bestellen, hatte aber auch mit einer Joe Jackson-Biographie geliebäugelt. Nur mal um zu gucken habe ich dann erstmal die Hobby-Abteilung aufgesucht, und da fiel mir dieses Buch in die Hände, das ich einfach nicht liegenlassen konnte: Jinny Beyers Farblehre für Patchwork. Ein tolles Buch!

Ohne einen mit trockener theoretischer Farbenlehre zu verschrecken stellt Jinny ihre eigene Methode der Farbzusammenstellung vor, die auf drei Säulen beruht: Zwei oder drei Hauptfarben mit harmonischen Abstufungen als Übergang, Betonung einer Hauptfarbe durch eine größere Sättigung, und etwas Kontrast durch Verwendung einer weiteren, sparsam eingesetzten Farbe neben den verwendeten Hauptfarben. Alles zusammen ergibt Quilts, die durch ihre Leuchtkraft, Harmonie und eben den gewissen Kick durch den Kontrast absolut faszinieren.

Das Dreier-Prinzip in der oben erwähnten Ausführung von Harmonie, Betonung und Kontrast ist ja öfter anzutreffen; klassische Parfums und Cocktails werden zum Beispiel ebenso komponiert, und ich bin davon überzeugt, daß man in der bildenden Kunst und im Kunsthandwerk mit diesem Prinzip überall Erfolg haben wird.

Wie bei den meisten anglo-amerikanischen Büchern findet sich auch hier die gelungene Mischung aus persönlichen Erfahrungen, bildreicher Darstellung und allgemeinverständlicher Erklärung. Die gezeigten Farbbeispiele lassen einen auch ohne Text sofort das Prinzip begreifen und machen Lust, sofort den nächsten Stoffladen zu stürmen (oder das eigene Lager... ;-). Daneben gibt es noch einige gute Ideen, wie zum Beispiel die für ein Projekt in Frage kommenden Patchwork-Stoffe einmal in schwarz/weiß-Ansicht zu betrachten, um auch die Muster der Stoffe, ihren "Grauwert" und ihr Zusammenspielen neutral bewerten zu können.

Ich muss hinzufügen, dass ich selbst noch keinen einzigen Quilt oder eine Patchworkarbeit angefertigt habe. Ideen habe ich allerdings schon seit einiger Zeit. Und ich liebe es, mich erst eingehend mit der Theorie einer Fertigkeit zu beschäftigen, bevor ich selbst loslege. Auf der Suche nach geeigneten Farben für meinen Wunsch-Quilt habe ich schon einmal bei equilter eine reichliche Auswahl getroffen, und mir diese im praktischen "Design Board" angeschaut. Ich war allerdings hoffnungslos überfordert, aus der Vielzahl der schönen Stoffe diejenigen auszuwählen, die harmonisch in Muster und Farbe zusammenwirken und trotzdem nicht langweilig wirken. Mit Hilfe dieses Hintergrundwissens werde ich nun die Sache zielgerichteter angehen können.

Der angenehmste Nebeneffekt bei anglo-amerikanischen Sachbüchern ist das spontan höhere Selbstvertrauen, das einem schon nach der Lektüre weniger Seiten zuteil wird. Es ist äußerst bedauerlich, dass es hierzulande wenig bis nichts wirklich gleichwertiges gibt.

Freitag, 21. Januar 2005



Da issie :-)

Die Farben sind ein wenig flau - Tageslichtglühbirne + Blitz - aber hier kann man die Details gut erkennen: Taschenfutter und Nähte in Kontrastfarbe, das Gummiband und die Kordelstopper sind dunkelgrün. Der Stoff war mal dunkelbraun; ich habe ihn mit einem gleichzeitig gekauften lilafarbenen Stoff gewaschen, jetzt hat er eine ganz undefinierbare Farbe, die je nach Licht anders aussieht... ;-)

Die Hose ist sehr bequem, spürt man gar nicht beim Tragen, und durch die Passe sitzt sie auch an meinem Hohlkreuz außerordenlich gut. Die Passe ist sehr viel höher als im Original, eigentlich ist es eine Hüfthose, aber ich hasse es, wenn die T-Shirts über der Hose enden, dann friere ich immer so. Im Sommer ist das vielleicht okay, aber zu Hause will ich es gemütlich und kuschelig warm haben.